Ricarda Essrich

Trotz niedrigstem Angebot: Chinesischer Anbieter soll abgewiesen werden.

30. Oktober 2017 | (0) Kommentare

Ein chinesisches Unternehmen, das beim Vergabeverfahren rund um den Bau einer Brücke im norwegischen Bezirk Nord-Trøndelag das niedrigste Angebot abgegeben hat, soll abgewiesen werden. Begründung der Vorsitzenden der Bezirksregierung: Man sei nicht verpflichtet, Angebote von Unternehmen außerhalb der EU und des EWR zu berücksichtigen. Das chinesische Unternehmen erwägt eine Klage.

„Innerhalb der EU und des EWR sind wir verpflichtet, alle Anbieter zu bewerten. Auch Abkommen mit anderen Staaten/Gebieten (z.B. WTO oder bilaterale Handelsabkommen) können eine solche Verpflichtung beinhalten. Gegenüber China besteht eine solche Pflicht nicht‟, so die Vorsitzende der Bezirksregierung Nord-Trøndelag Anne Marit Mevassvik. Daher fordere die Bezirksregierung die ausschreibende Behörde Statens Vegvesen dazu auf, mit den Angeboten fortzufahren, bei denen ein internationales Abkommen dies gebietet.

Das Angebot des chinesischen Anbieters Sichuan Road & Bridge solle somit abgewiesen werden. Dieses erwägt jetzt eine Klage gegen die Entscheidung: „Ein solches Vorgehen ist unzulässig, wenn wir vorher noch normal zur Angebotsrunde eingeladen wurden. Wir erwägen rechtliche Schritte, die sich sicherlich zeitlich auf die Projektdurchführung auswirken werden‟, kündigte der Projektleiter von SRBG Lu Wei an.

Am 24. Oktober trat der Bezirksrat zusammen, um über die Einstellung von Anne Marit Mevassvik zu beraten. Eine Entscheidung wurde aber vertagt, da zum 1. Januar 2018 die beiden Bezirke Nord- und Sør-Trøndelag zusammengeschlossen werden. In einer Pressemeldung verkündete Mevassvik: „Die Entscheidung in dieser Sache kann ein Präzedenzfall für zukünftige Klagen werden. Daher halten wir es für richtig, diese der zukünftigen Bezirksregierung Trøndelag zu überlassen.‟

SRBG begrüßte diese Entscheidung. Alexandros Tsetsis, Pressesprecher für SRBG in Norwegen, sagte: "Wir von Sichuan Road & Bridge Group, eines der führenden Unternehmen weltweit im Brückenbau, freuen uns über die Nachricht, dass die Entscheidung über die Vergabe für das Beitstadsundsprojekt auf die Bezirksregierung Trøndelag übertragen werden soll. Wir werden mit dieser in Dialog treten, um sicherzustellen, dass sie über korrekte Informationen über unser Unternehmen und über unser Vorhaben, viele Kooperationspartner vor Ort für das Projekt einzusetzen, haben.‟

Diese Angebote wurden für den Bau der Beitstadsundbrücke abgegeben:

  • Skanska Norge AS, 338.638.086,00 NOK (rund 35 Mio. EUR)
  • Sichuan Road & Bridge, 276.840.901,58 NOK (rund 29 Mio. EUR)
  • PNC Norge AS, 317.860.384,62 NOK (rund 33 Mio. EUR)

Quelle: Anlegg & Transport
Bild: Statens Vegvesen

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