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Milliardenprojekt: Neubau der Storstrømbrücke geht an italienisches Konsortium

25. Oktober 2017 | (0) Kommentare

Dänemarks drittgrößte Brücke wird von einem rein italienischen Konsortium gebaut. Itinera, Condotte und Grandi Lavori Fincosit mit Seteco Ingegniera als Unterberater hatte den besten Preis und die beste Lösung angeboten. 

Die dänische Straßenbehörde Vejdirektoratet hat in der Ausschreibung des Neubaus der neuen Storstrømbrücke ihren Vergabebeschluss mitgeteilt. Die Wahl ist auf ein italienisches Joint Venture gefallen, das aus drei italienischen Bauunternehmen und einem italienischen auf Brücken spezialisierten Beratungsunternehmen besteht. Gemeinsam profitiert man von jahrzehntelanger Erfahrung mit internationalen Infrastrukturprojekten aller Art.

Vier Konsortien hatten auf das Projekt geboten, auch unter deutscher Beteiligung: Züblin hatte zusammen mit Per Aarsleff, Rambøll und Strabag angeboten.

Niels Gottlieb von Vejdirektorat lobte die hohe Qualität der vier eingegangenen Angebote und freute sich über das überzeugende Gewinnerprojekt.

„Wir waren sehr froh über so großes internationales Interesse für den Neubau der Storstrømbrücke. Das spiegelt sich auch in den vier Joint Ventures wieder, die Angebote abgegeben haben. Bei allen handelt es sich um hoch qualifizierte Anbieter mit viel internationaler Erfahrung und erfolgreichen Projekten. Das Gewinner-Joint Venture hat jedoch im Hinblick auf den Preis und die Qualität das beste Projekt geliefert, daher haben wir uns dafür entschieden.‟

Vejdirektoratet plant, noch vor Ende des Jahres mit dem Gewinner den Vertrag abzuschließen. Danach beginnt die Planung der großen Arbeitsflächen und des Produktionshafens auf Masnedø, wo in unmittelbarer Nähe zur Brücke die Brückenelemente produziert werden sollen. Im Dezember beginnen bereits die Vorbereitungen auf dem Gelände wie der Abriss einer bisher ansässigen Gärtnerei.

„Es geht um ein sehr großes Projekt, das eine gründliche und sorgfältige Planung erfordert, bevor mit den eigentlichen Brückenarbeiten begonnen werden kann. In den nächsten vier Jahren wird sehr viel Personal vor Ort eingesetzt, für das wir Unterkünfte und Infrastruktur schaffen müssen‟, so NIels Gottlieb.

Eine Brücke für Hochgeschwindigkeitszüge

Die Brücke über den Großen Belt verbindet die Inseln Seeland und Falster über Masnedø und ist elementarer Bestandteil der Modernisierung der Bahnstrecke zwischen Kopenhagen und Rødby und im Weiteren der Fehmarnbeltquerung. Die Brücke wird zweigleisig für Hochgeschwindigkeitszüge ausgelegt; daneben ist eine zweispurige Landstraße einschl. Geh- und Radweg vorgesehen. Mit ihren vier Kilometern Länge und 100 Metern Höhe wird sie nach der Öresundbrücke und der Brücke über den großen Belt Dänemarks drittgrößte Brücke sein.

2022 soll die Brücke für den Straßenverkehr freigegeben werden, 2023 für den Bahnverkehr. Das Gesamtprojektvolumen beläuft sicch auf ca. 4,1 Mrd. DKK (550 Mio. EUR).

Quelle: Vejdirektoratet
Bild: Vejdirektoratet

 

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