Ricarda Essrich

Storstrømbrücke: Weiteres Konsortium-Mitglied mit finanziellen Schwierigkeiten

11. April 2018 | (0) Kommentare

Zwei der drei Unternehmen im italienischen Konsortium, das die neue Storstrømbrücke bauen soll, verfügen aktuell nicht über die finanziellen Kapazitäten, um sich zu beteiligen. Nach Condotte vermeldet nun auch Grand Lavori Fincosit finanzielle Schwierigkeiten.

Ursprünglich waren es drei Unternehmen, doch aktuell kann tatsächlich nur einer der Akteure im italienischen Storstrømkonsortium aktiv werden.

Das größte der drei Unternehmen, Itinera, hat damit die gesamte Steuerung im Konsortium übernommen, während die Anteile der anderen beiden auf eine symbolische Größe geschrumpft wurden.

„Itinera ist nun Haupteigentümer des Konsortiums, nachdem sowohl Condotte als auch GLF derzeit aus unterschiedlichen Gründen nicht über die Mittel verfügen, als vollwertige Mitglieder zu agieren‟, erklärte Silvio Fascio, Geschäftsführer des Bereichs Europa von Itinera.

Fehlende Bankgarantien

Bereits seit Februar war bekannt, dass der Eigentümeranteil von Condotte auf 0,01 Prozent reduziert werden musste, da das Unternehmen sich in großen finanziellen Schwierigkeiten befindet und in Italien derzeit eine Umstrukturierung erfährt, um nicht in Konkurs zu gehen.

Neu ist dagegen, dass auch das Infrastrukturunternehmen GLF nicht über die finanziellen Mittel verfügt, sich am Konsortium zu beteiligen, und ebenfalls auf einen Anteil von 0,01 Prozent reduziert wurde.

Laut Itinera liegt dies darin begründet, dass GLF Zahlungen zu mehreren Projekten in Italien fehlen, weshalb die Geldinstitute die an das Unternehmen ausgegebenen Kredite einfroren. Man geht jedoch von einer vorübergehenden Situation aus.

„GLF hat erklärt, dass es in Kürze einen neuen Vertrag mit der Bank geben wird. Wir gehen davon aus, dass sie nächsten Monat wieder mit an Bord sind und wieder einen Eigentumsanteil von 20-25 Prozent realisieren können‟, so Fascio. Auf die Frage, was passieren würde, wenn die Bankgarantie nicht bewilligt wird, antwortete er: „Falls dies wider Erwarten der Fall sein sollte, kann Itinera problemlos weitermachen, für das Projekt ist das nicht relevant. Itinera hat alle finanziellen Garantien für das Konsortium gestellt, und auch auf Personal- und Materialressourcen wirkt sich das nicht aus. Aber wir hätten GLF gerne dabei, und ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass es nicht dazu kommt.‟

Am Vertrag ändert sich nichts

Für die dänische Straßenbaubehörde Vejdirektoratet ändert sich trotz der geänderten Konsortienzusammensetzung nichts, da der Projektverlauf nicht beeinflusst wird.

„Es ändert sich nichts am Vertrag, den wir mit ihnen haben. Die Mitglieder des Konsortiums haften solidarisch für einander, und Itinera hat gemeinsam mit dem Mutterkonzern eine Garantie gestellt, die die Finanzen des Konsortiums absichert‟, sagte Projektleiter Erik Stoklund Larsen und fügte hinzu, es sei unüblich, dass man als Bauherr einen detaillierten Einblick in die Zusammensetzung eines Konsortiums erhalten, wie es bei der Storstrømbrücke der Fall ist.

Quelle: Building Supply DK
Bild: Wikimedia Commons/Thue C. Leibrandt

 

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